Paul Watzlawick, ein bekannter Kommunikationswissenschaftler, Psychotherapeut und Autor sagte: “Man kann nicht nicht kommunizieren.” Damit hat er wohl Recht. Der Mensch kommuniziert ständig – sei es durch die Sprache, Ausdrucksweise, Gestik oder Mimik – ständig sind wir am kommunizieren. Wir können auch gar nicht anders, als uns mitzuteilen. Oft leistet schon unsere Gestik oder Mimik einen Großteil unserer Kommunikation, indem sie einfach unser Interesse oder Desinteresse gegenüber einer anderen Person ausdrückt.
Es ist also nun einleuchtend, was Paul Watzlawick meinte. In welche Lage der Mensch wohl verfallen würde, wenn er unfähig wäre zu kommunizieren? Immerhin besteht unsere gesamte Umwelt aus Kommunikation. Unser Mitteilungsdrang hat sich immens verstärkt in der Zeit des globalen Netzwerks. Das heißt nicht unbedingt, dass wir quantitativ mehr kommunizieren, aber dafür mit mehr Personen. Wir wollen unsere Meinung publik machen - so wie ich es hier tue – aber wir wollen auch unsere sozialen Kontakte pflegen. Das I-net macht diese Art der Kommunikation möglich. Die Stärke des Mitteilungsdrangs der Menschen verdeutlicht sich am besten, wie ich finde, durch die neue Errungenschaft Twitter. Wir wollen nicht mehr nur Meinungen austauschen!
So wichtig wie Kommunikation ist, so sensibel kann sie auch sein. Bei zwischenmenschlichen Beziehungen können unbedachte Reaktionen beispielsweise in der Gestik oder Mimik einen falschen Eindruck hinterlassen. Aber auch eine falsche Wortwahl kann zum Konflikt führen. An dieser Stelle könnte man gleich an die Bedeutung der Sprache anknüpfen, doch das sei mal hier außen vor gelassen. Wie sensibel Kommunikation sein kann, auch gerade durch neue Techniken lässt sich an einem Exempel auf der internationalen Ebene darstellen.
“Es ist wenige Minuten nach Mitternacht am 26. September 1983, als die Warnlampen im Serpuchow-15-Bunker bei Moskau den Dritten Weltkrieg ankündigen. Oberstleutnant Stanislaw Petrow hat sich gerade einen Tee aufgebrüht und blickt ungläubig auf die Computeranzeige. Sie meldet den Abschuss einer Atomrakete an der amerikanischen Ostküste. Ziel: Sowjetunion.” (Quelle: ultimateheroswelt.blog.de)
An dieser Stelle wäre es die Aufgabe des Oberstleutnants gewesen den Kreml zu informieren oder den Alarm als Fehlalarm einzustufen. Stanislaw Petrow entschied sich für letzteres. Ein weiterer Alarm wird von ihm ebenfalls als Fehlalarm eingestuft – wie sich später herausstellte, eine richtige Entscheidung! Der Alarm wurde von Sonnenreflexionen über der amerikanischen Küste bei den Satelliten ausgelöst. Hätte Petrow sich hier für die erste Variante entschieden, wäre ein Dritter Weltkrieg nicht auszuschließen gewesen. Doch eines fällt auf. Durch die abgebrochene oder nur sehr brüchige Kommunikation zwischen Ost und West im Kalten Krieg konnte es schnell fatale Folgen haben.
Wie wichtig Kommunikation auf allen Ebenen ist – auf der zwischenmenschlichen, als auch zwischenstaatlichen – ist nachvollziehbar. Diese auch richtig zu pflegen, ist die Aufgabe jedes Einzelnen.











