Europawahl – was is des?

Europawahlplakat - by leolumix

Geht es nur mir so, oder sind da doch noch ein paar mehr, die eigentlich gar nicht so recht wissen, wen sie ins Europaparlament wählen sollen? Erst seit 1 Monat weiß ich Bescheid, dass demnächst die Europawahlen stattfinden. Vor ein paar Wochen kam dann auch der Schein zur Wahlbeteiligung eingeflogen, aber wozu? Ich weiß noch nicht mal, was die Abgeordneten, die gestellt werden, für eine Stellung vertreten. Plakatsprüche wie “Heiße Luft würde die Linke wählen” (SPD) oder “Für den Weg aus der Krise, Wir in Europa” (CDU) helfen mir bei der Wahl auch nicht weiter – so schön sie auch klingen mögen. Wie soll ich einen Vertreter meiner Interessen finden? Mir fehlt der Überblick! Medien berichten zu wenig und Parteien legen beim Wahlkampf viel zu wenig Wert auf Information, stattdessen aber auf Hochglanzplakate. Wahlen in einem demokratischen System habe ich mir anders vorgestellt.

Published in: on 27. Mai 2009 at 23:25  Kommentare (3)  
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Grundrecht auf Sicherheit

‘Grundrecht auf Sicherheit’… In Wirklichkeit gibt es so ein Grundrecht gar nicht. Es ist nur eine beliebte Floskel in Kreisen mancher Politiker geworden, um alle möglichen Gesetzesänderungen in der sicherheitspolitischen Debatte durchzusetzen. Die Bürger Deutschlands haben Freiheitsgrundrechte, die einen Doppelcharakter aufweisen – die Abwehrrechte gegenüber Grundrechtseingriffen seitens des Staates und die Anspruchsrechte auf staatlichen Schutz vor Grundrechtseingriffen seitens anderer. Dieser Doppelcharakter sorgt schon seit langem für ein Spannungsverhältnis zwischen Freiheit und Sicherheit. Und vor allem die Anspruchsrechte auf staatlichen Schutz werden von manch einem Politiker gern in Anspruch genommen, um mehr und mehr Eingriffsrechte für die Exekutive zu schaffen. Die letzten Jahre waren Zeuge dieser Politik, die die gefühlte Bedrohungslage ausnutzte, um weitere Sicherheits- und Überwachungsmaßnahmen zu schaffen. Leider auch zum Leidwesen der Freiheit. Vorratsdatenspeicherung, Online-Durchsuchung und und und… Aber es ist noch nicht zu Ende! Weitere Gesetzesvorhaben existieren schon. Die Aufzeichnung des Surfverhaltens im Internet, Computerspionage zur Strafverfolgung, Nacktkörperscanner uvm. In den öffentlichen Medien hört man jedenfalls nicht viel davon.

Angesichts der aktuellen Verbreitung des Videos der Kampagne ‘Du bist Terrorist!‘ wollte ich hier mal ein Mind Map meiner vergangenen Abitur-Präsentation über die Deutsche Sicherheits-politik mit den sämtlichen Gesetzesänderungen zur Terrorismusbekämpfung offenlegen. Es ist ‘beeindruckend’, was in so kurzer Zeit getan wurde und noch viel ‘beeindruckender’, wie stark die Privatsphäre ohne großen Aufschrei der breiten Bevölkerung bereits ausgehöhlt wurde. Die Frage ist doch, wie weit darf man noch gehen, oder ist man bereits zu weit gegangen?

Antiterrorgesetze

Freiheit vs. Sicherheitsinteresse des Staates

Überwachung
Überwachung

Die Freiheit ist eine der wichtigsten Grundrechte unserer Verfassung. Sie ist so essentiell, dass sie sogar die Grundlage unseres modernen Staates bildet – freiheitlich-demokratisch.

Ich beschäftige mich seit geraumer Zeit mit der deutschen Sicherheitspolitik zur Vorbereitung auf meine Abi-Präsentation. Dabei untersuche ich vor allem das Spannungsverhältnis zwischen Freiheit und Sicherheit in unserer deutschen Sicherheitsdebatte. Je länger ich mich damit auseinandersetze, umso mehr wundert es mich, dass die Bevölkerung relativ unbeeindruckt darüber hinwegschaut.

Doch erstmal von vorne: Seit den Terroranschlägen in New York sah sich die Welt – insbesondere der Westen – einer neuen Bedrohungslage ausgesetzt. Der Kalte Krieg schien gerade erst vorbei gewesen und schon kam es zu einer neuen Gefahrensituation. Die Besonderheit ist hierbei die Asymmetrie, der sich die Staaten gegenübersehen. Das heißt: Man sieht sich keiner gleichgestellten Front in Form einer Armee mehr gegenüber. Doch anstelle dessen gegenüber flexiblen ’Untergrundkämpfern’. Die gefühlte Bedrohung ist wieder gestiegen, gepusht durch Medien und Politiker. Und genau diese stellt das deutsche Rechtssystem auf die Probe. Eine gefühlte Bedrohung führt viele zur Versuchung elementare Verfassungsgüter einzuschränken, um möglichen Bedrohungen präventiv entgegenzuwirken. Das Verständnis von Prävention ist dabei bei manchen Gesetzesgebungen zweifelhaft.

Meist leidet das Grundrecht auf Freiheit unter den Gesetzesänderungen des letzten knappen Jahrzehnts. Im Laufe der letzten paar Jahre gab es einen kaum zu stoppenden Wahn der Legislativen in der Schaffung und Änderung von Sicherheitsgesetzen. Viele standen und stehen immer noch unter Kritik – bei der Vorratsdatenspeicherung gab es massenweise Demos – da man ihnen Unverhältnismäßigkeit vorwarf oder ihre Notwendigkeit stark anzweifelte. Selbst das Bundes-verfassungsgericht vertrat oftmals die Ansicht, dass viele Gesetzesänderungen verfassungswidrig oder unverhältnis-mäßig seien. Dementsprechend häufig hat es schon eingegriffen, wie beispielsweise bei der Online-Durchsuchung, der nun hohe Schranken zur Durchführung auferlegt wurden, oder beim Luftsicherheitsgesetz, wo eine Anordnungsbefugnis zum Abschuss von entführten Flugzeugen als letzte Möglichkeit als verfassungswidrig erklärt wurde, da sie gegen die Menschenwürde spricht. Das heißt, dass bis jetzt das Bundesverfassungsgericht der Legislativen noch starken Einhalt gewährt hat. Es stellt sich jedoch die Frage, wie lange das noch gut geht. Die Bundesregierung scheint jedoch noch nicht daraus gelernt zu haben. Sie plant immer noch munter weiter, was weitere Überwachungsmaßnahmen angeht, wie die verdachtslose Aufzeichnung des Surfverhaltens im Internet oder Nacktkörperscanner im Flughafen.

Die Bevölkerung schweigt. Man kann es ihr auch nicht übel nehmen. Immerhin erfolgen die Debatten mehr still als propagandistisch. Schon komisch, wenn man bedenkt, dass 1983 die Menschen in Massen auf die Straße gingen, um ihre Freiheitsgrundrechte in Anbetracht der Volkszählung zu verteidigen und wie tief heute in die Grundrechte eingegriffen wird und sich kaum jemand dabei regt. Damals schuf das Bundesverfassungsgericht das Grundrecht auf informationelle Selbstbestimmung. Das heißt, jeder bestimmt selbst was er von sich preisgibt. Beim Aufzeichnen des Surfverhaltens wird aber auch gerade dieses Grundrecht angekratzt.

Ob man nun besorgt über die Entwicklung sein sollte oder nicht, bleibt offen. Doch hängen wir gewissermaßen schon jetzt an einem seidernen Faden. Viele Maßnahmen, wie z.B. die Online-Durchsuchung sind oftmals nur durch richterliche Kontrollmaßnahmen geschützt. Dabei sind die Richter schon jetzt mehr als ausgelastet.

Finanzkrise halb so wild

Hey, wer sagts denn?! Ich hab eine Lösung für die Geldprobleme der Finanzkrise gefunden. Schon gewusst? Laut IWF (Internationale Währungsfonds) werden sich die weltweiten Verluste auf rund 3,1 Billionen Euro infolge der Finanzkrise summieren. Ein unglaublicher Betrag, bei dem gleich mehrere Online-Zeitschriften versucht haben den Lesern ein Gefühl für diese Summe zu geben, indem sie Vergleiche mit alltäglicheren Dingen gezogen haben.

Aber jetzt erstmal zur Idee. Alle jammern herum, wie soll man denn die Schulden abtragen. Deutschland wird noch Jahrzehnte das zu spüren bekommen und so weiter und so fort. Dabei gab es doch 2007 in einem einzigen  ’Wirtschaftsbereich’ so unfassbar hohe Ausgaben, die sich auf 858 Milliarden Euro weltweit beliefen. Würde man diese Ausgaben stattdessen zur Tilgung der Finanzkrise nutzen, so wären die 3,1 Billionen Euro innerhalb von 4 Jahren Geschichte.

Ihr denkt, das wars schon? Nein, es kommt noch besser. Es würde 4 lange Jahre keine kriegerische Auseinandersetzungen mehr geben, denn diese 858 Milliarden Euro waren allein die Ausgaben für militärische Zwecke im Jahr 2007 weltweit. Die Rüstungsausgaben in den vergangenen Jahren sind immens gestiegen. Man ist ganz perplex, wenn man bedenkt, dass nur ein Bruchteil dieser jährlichen Ausgaben ausreichen würde, um womöglich der gesamten Menschheit ein menschenwürdiges Leben zu garantieren.

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Rüstungsausgaben auf Rekordniveau

Published in: on 9. Mai 2009 at 02:37  Kommentare (1)  
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Kein Mensch ohne Kommunikation

Paul Watzlawick, ein bekannter Kommunikationswissenschaftler, Psychotherapeut und Autor sagte: “Man kann nicht nicht kommunizieren.” Damit hat er wohl Recht. Der Mensch kommuniziert ständig – sei es durch die Sprache, Ausdrucksweise, Gestik oder Mimik – ständig sind wir am kommunizieren. Wir können auch gar nicht anders, als uns mitzuteilen. Oft leistet schon unsere Gestik oder Mimik einen Großteil unserer Kommunikation, indem sie einfach unser Interesse oder Desinteresse gegenüber einer anderen Person ausdrückt.

Es ist also nun einleuchtend, was Paul Watzlawick meinte. In welche Lage der Mensch wohl verfallen würde, wenn er unfähig wäre zu kommunizieren? Immerhin besteht unsere gesamte Umwelt aus Kommunikation. Unser Mitteilungsdrang hat sich immens verstärkt in der Zeit des globalen Netzwerks. Das heißt nicht unbedingt, dass wir quantitativ mehr kommunizieren, aber dafür mit mehr Personen. Wir wollen unsere Meinung publik machen - so wie ich es hier tue – aber wir wollen auch unsere sozialen Kontakte pflegen. Das I-net macht diese Art der Kommunikation möglich. Die Stärke des Mitteilungsdrangs der Menschen verdeutlicht sich am besten, wie ich finde, durch die neue Errungenschaft Twitter. Wir wollen nicht mehr nur Meinungen austauschen!

So wichtig wie Kommunikation ist, so sensibel kann sie auch sein. Bei zwischenmenschlichen Beziehungen können unbedachte Reaktionen beispielsweise in der Gestik oder Mimik einen falschen Eindruck hinterlassen. Aber auch eine falsche Wortwahl kann zum Konflikt führen. An dieser Stelle könnte man gleich an die Bedeutung der Sprache anknüpfen, doch das sei mal hier außen vor gelassen. Wie sensibel Kommunikation sein kann, auch gerade durch neue Techniken lässt sich an einem Exempel auf der internationalen Ebene darstellen.

“Es ist wenige Minuten nach Mitternacht am 26. September 1983, als die Warnlampen im Serpuchow-15-Bunker bei Moskau den Dritten Weltkrieg ankündigen. Oberstleutnant Stanislaw Petrow hat sich gerade einen Tee aufgebrüht und blickt ungläubig auf die Computeranzeige. Sie meldet den Abschuss einer Atomrakete an der amerikanischen Ostküste. Ziel: Sowjetunion.” (Quelle: ultimateheroswelt.blog.de)

An dieser Stelle wäre es die Aufgabe des Oberstleutnants gewesen den Kreml zu informieren oder den Alarm als Fehlalarm einzustufen. Stanislaw Petrow entschied sich für letzteres. Ein weiterer Alarm wird von ihm ebenfalls als Fehlalarm eingestuft – wie sich später herausstellte, eine richtige Entscheidung! Der Alarm wurde von Sonnenreflexionen über der amerikanischen Küste bei den Satelliten ausgelöst. Hätte Petrow sich hier für die erste Variante entschieden, wäre ein Dritter Weltkrieg nicht auszuschließen gewesen. Doch eines fällt auf. Durch die abgebrochene oder nur sehr brüchige Kommunikation zwischen Ost und West im Kalten Krieg konnte es schnell fatale Folgen haben.

Wie wichtig Kommunikation auf allen Ebenen ist – auf der zwischenmenschlichen, als auch zwischenstaatlichen – ist nachvollziehbar. Diese auch richtig zu pflegen, ist die Aufgabe jedes Einzelnen.

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